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“Man muss die Figuren immer ernst nehmen”

ADRIAN ERÖD IM GESPRÄCH MIT DANIEL ENDER

Daniel Ender: Herr Eröd, die Geschichte Ihrer Familie ist mehrfach mit den Tragödien des 20. Jahrhunderts verbunden. Inwieweit hat Ihre Herkunft für Sie Bedeutung?

Adrian Eröd: Es spielt insofern eine Rolle, als ich wahrscheinlich durch die Geschichte meiner Familie, vor allem durch die Geschichte meines Vaters, sensibilisierter bin als andere aus meiner Generation. Denn bei mir ist es mehr als das, was man in der Schule gelernt hat. Was wir inzwischen alle wissen, worüber gesprochen werden muss, war zwar bei uns zu Hause nie ein Thema, aber ich wusste es: Die frühere Erinnerung ist die, dass mein Vater 1956 aus Ungarn nach Österreich gekommen ist. Dass ein Teil seiner Familie, unter anderem sein älterer Bruder, im KZ umgebracht wurde, wurde in meiner Erinnerung erst später thematisiert, aber nie als großes Memento Mori behandelt. Es war einfach eine Tatsache. Ich bin da sensibilisierter, aber ich würde nicht sagen, dass es mein Leben im Alltag bestimmt.

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“Gesund kann jeder gut singen!”

Adrian Eröd, Ensemblestar der Staatsoper, startet ein Projekt, bei dem alle Liszt-Lieder aufgenommen werden – Ein Gespräch

Wien – Schön, wieder einmal einen Sänger zu treffen, der eine CD aufnehmen kann. Wobei: Bariton Adrian Eröd nimmt nicht nur eine auf. In Hinblick auf das Liszt-Jahr 2011 hat er zusammen mit Kollegin Janina Baechle nun ein integrales Projekt mit Liedern des Klaviervirtuosen und Komponisten begonnen und ist sich der guten CD-Lage durchaus bewusst:

“Wenn man nicht bei einem Major Label ist, ist es mühsam. Es ist ja mit CDs nix zu verdienen. Im Gegenteil: Oft muss man das Masterband selber produzieren und schauen, wie es weitergeht. Bei der Liszt-CD ist das anders. Es gibt einen Sponsor, und auch das Label Marsyas finanziert vor, da es davon ausgeht, dass zumindest die Kosten wieder hereinkommen. Man wird sehen. Es heißt, im Liedbereich sei Thomas Quasthoff der einzige, der wirklich gut verkauft.”

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